Stromsteuer und Spitzenausgleich – Energiemanagement wird Voraussetzung für die Erstattung

Stromverbrauch wird in Deutschland mit einer Öko-Steuer von 2,05 ct/kWh belastet. Es gibt allerdings Ausnahmen für stromintensive Betriebe. Näheres regelt noch bis zum 31. Dezember 2012 das Stromsteuergesetz. Mit der im November durch den Bundestag beschlossenen Verlängerung und Novellierung kommen betroffene Unternehmen auch die nächsten 10 Jahre in den Genuss von Steuerermäßigungen, wenn auch unter neuen Voraussetzungen.

Jedes Unternehmen, das den sogenannten Spitzenausgleich nutzen will, muss nachweisen, dass es sich um mehr Energieeffizienz bemüht. Für größere Unternehmen bedeutet dies konkret, dass sie 2013 mit dem Aufbau eines nach ISO EN 50001 oder EMAS zertifizierbares Energiemanagementsystem beginnen müssen. deZem unterstützt Sie dabei gerne in allen Phasen. Kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen € können alternativ Audits nach DIN EN 16247-1 einführen. Fördermöglichkeiten für den Erwerb von Software und Messtechnik für das Energiemanagement sowie für die Zertifizierung selbst sind in Planung.

Energiemanagementsystem nach ISO 50001

Außerdem verknüpft die Gesetzesnovelle die Steuererstattung mit verbindlichen Zielen zur Senkung der "Energieintensität", dem Quotienten aus Energieaufwand und Bruttoproduktionswert. Allerdings ist derzeit nicht jedes Unternehmen individuell in der Pflicht. Vielmehr gelten die Ziele für das produzierende Gewerbe insgesamt - die sogenannte "Glockenlösung". Insbesondere muss die Energieintensität, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2012 als Basiswert, jedes Jahr reduziert werden.

Verbrauchsjahr Geforderte Senkung der
Energieintensität
2013 1,30%
2014 2,60%
2015 3,90%
2016 5,25%
2017 6,60%
2018 7,95%
2019 9,30%
2020 10,65%

Wie der oben stehenden Tabelle zu entnehmen ist, sind diese Ziele nicht besonders sportlich gesetzt. Unserer Erfahrung nach sind mit ausreichend Energietransparenz und einem engagierten Management für das einzelne Unternehmen wesentlich größere Einsparungen gut erreichbar.

Was lässt sich nun tatsächlich an Steuern sparen? Die exakte Antwort bleibt Ihrem Steuerberater und dem Finanzamt vorbehalten. Die Grundzüge der Berechnung sind jedenfalls folgende:

Zum einen gelten im §9 des Stromsteuergesetzes geregelte Ausnahmen und Ermäßigungen So sind etwa Notstromanlagen und vollständig mit erneuerbarer Energie betriebene Netze von der Steuer befreit. Zusätzlich gibt es den sogenannten Spitzenausgleich nach §10. Unternehmen können auf dieser Basis eine Erstattung erhalten, die von der Höhe der Rentenversicherungsbeiträge im Antragsjahr abhängt. Es wird dabei berücksichtigt, dass die Einnahmen der Stromsteuer genutzt werden, um die Rentenversicherungsbeiträge zu senken. Wer wenig Rentenversicherungsbeiträge bezahlt, also auch weniger von deren Senkung profitiert, darf daher einen größeren Teil der Stromsteuer erstattet bekommen.

Die Details des Spitzenausgleichs sind in der Tat kompliziert. Ausführlichere Beispielrechnungen für verschiedene Fälle von Antragstellern stellt das Bundesministerium der Finanzen mit diesem Informationsblatt zur Verfügung. Außerdem wenden wir die Exceltools, die wir dafür zusammengestellt haben, gerne auch auf Ihren Fall an, um Ihnen eine Einschätzung des Potenzials zu geben. Rufen Sie uns jederzeit an!

Das Gesetz lässt den Unternehmen Zeit für eine Einführungsphase. Für 2013 und 2014 reicht noch der Nachweis aus, zumindest mit dem Aufbau eines Energiemanagementsystems begonnen zu haben. Die Antragsstellung erfolgt jedoch immer für das Vorjahr. Wer sich bisher überhaupt nicht in Richtung Energiemanagement nach ISO 50001 oder EMAS bewegt hat, tut also gut daran, bald erste Schritte zu gehen.