Depesche Juli 2015

Liebe Kunden, Interessierte und Freunde von deZem,

Energiemanagement ist inzwischen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angekommen. Doch zu wissen, welche Informationen und Details sich dahinter verbergen, bleibt nach wie vor eine Herausforderung. Hochwertige Hard- und Software bilden dabei den Grundstein, um Prozesse, Verbräuche und Emissionen zu optimieren.

Mit dieser Depesche möchten wir unsere neuesten Softwareentwicklungen vorstellen und aus der Praxis berichten.


Neues Softwaremodul...Konfigurieren Sie Ihr eigenes Dashboard mit deZemBoard!

Neue Einstiegsseite zur Nutzung der deZem-Energiecontrollingsoftware

Seit kurzem finden Sie nach dem Einloggen nicht mehr das bisherige deZemHome, sondern eine komplett erneuerte Einstiegsseite in Form eines Dashboards.

Vordergründig bietet das Dashboard eine bessere Optik - aber dahinter verbirgt sich ein neues Softwaremodul, deZemBoard, mit dem Sie mit wenigen Klicks vielfältige eigene Dashboards erstellen können!

Wozu könnte man ein Dashboard nutzen?

  • Zunächst einmal als persönliches Portal, in dem Sie, außer dem gewohnten Zugang zu allen Softwaremodulen, weitere "Widgets" anordnen können, z.B. Informationen, Bilder und die wichtigsten Diagramme aus deZemVis, die dann samt Kommentaren und Alarmen stets aktuell dargestellt werden. Bei Bedarf können Sie ein Dashboard-Diagramm direkt in deZemVis öffnen.
  • Als firmenweites Dashboard, das in Cafeteria oder Lobby die wesentlichen Energieverbräuche Ihrer Organisationen für eine große Zielgruppe sichtbar macht.
  • Als zielgruppenspezifisches Dashboard, auf dem z.B. für Gebäudetechniker oder Controller die relevanten Informationen zusammengestellt sind.
deZemBoard deZemBoard-LobbyansichtdeZemBoard

deZemBoard ist touch-fähig und auch auf Smartphones und Tablets gut nutzbar - so haben Sie Ihr Energiecontrollingsystem jederzeit und überall im Blick. Und natürlich ist deZemBoard nach "allen Regeln der Kunst" intuitiv bedienbar.

Neugierig? Rufen Sie uns an, um einen Zugang zu deZemBoard zu erhalten!


Neues vom iPC... Modbus-Geräte schnell und komfortabel in Ihr Energiecontrollingsystem integrieren

Die Integration von Modbus-Geräten (z.B. Wärmemengen- oder Stromzähler) in das Energiecontrollingsystem ist in der Praxis meist mühselig, da zum Einrichten auf ausführliche Dokumentationen zurückgegriffen werden muss.

Modbus

Dieses Problem hat deZem mit der neuen Template-Funktion für iPC-Datenlogger gelöst: In einem Template sind alle relevanten Informationen eines Modbus-Gerätes gespeichert und der Nutzer muss nur die gewünschten Messgrößen auswählen.

Fertige Templates von deZem bietet nun jeder von uns ausgelieferte iPC. Zusätzlich können Sie als Nutzer eigene Templates erzeugen und diese auf weitere iPCs übertragen. Die Bibliothek der verfügbaren Templates wächst schnell.

Mit der Template-Funktion werden Sie in Zukunft keine Zeit mehr mit dem aufwändigen Einrichten von Modbus-Geräten verschwenden und zudem Fehler in den Einstellungen vermeiden.


Aus unseren Projekten... Holzverarbeitungsindustrie in Chile mit unserem Partner Hydroscada

Promasa

In Lateinamerika arbeitet deZem mit vielen Partnern zusammen, um Energieeffizienzprojekte zu realisieren. Schon in der letzten Depesche hatten wir die Zusammenarbeit mit unserem mexikanischen Partner Ineticaa vorgestellt. Eines unserer jüngsten Projekte in Chile ist der Aufbau des Energiecontrollingsystems für Promasa (großer Holzverarbeiter). Dieses Projekt wird von einem unserer drei chilenischen Partner, Hydroscada (Ansprechpartner ist der Geschäftsführer Arturo Valdés) und der Beratungsfirma SouthWest betreut.

Hydroscada

Promasa besitzt mehrere Werke im Süden Chiles, in denen aus lokal angebautem Kiefernholz Türen, Fenster und Zierleisten hergestellt werden. Das größte Werk mit einer Hallenfläche von über 50.000 m² befindet sich in der Stadt Los Ángeles.

Durch die Einführung eines Energiemanagementsystems will Promasa den Energieverbrauch sowie die Nutzung anderer Betriebsmittel reduzieren und die einzelnen Produktionsschritte ganzheitlich überwachen: ein Datensammler iPC41, der via Modbus 18 Messgeräte des Typs ZM8C-P ausliest, die insgesamt fast 2000 unterschiedliche Messpunkte zur Verfügung stellen können - von der elektrischen Leistung jedes Verbrauchers bis hin zur Netzfrequenz.

Eine Herausforderung bei der Installation lag zunächst in der Vernetzung der Messgeräte im gesamten Werk, da große Distanzen überbrückt werden mussten. Danach musste die Messtechnik konfiguriert und die Konfiguration überprüft werden.

Mit dem ZM8C-Konfigurationstool konnten die Hydroscada-Techniker alle Konfigurationen und Plausibilisierungen jedoch zeiteffizient und zentral per Laptop durchführen. Arturo Valdés schrieb dazu: "Für uns ist dieses Tool eine großartige Lösung, weil es uns erlaubt, alle elektrischen Parameter der auf 1600 m Länge verteilten Geräte mit 18 x 116 verfügbaren Messungen schnell und sicher zu verifizieren. Das erleichtert unsere Arbeit enorm. Mit diesem Tool haben wir es an einem Tag geschafft - mit 100%iger Sicherheit."

Wie immer konnten ab dem Tag der Installation Verbräuche, Veränderungen und Einsparungen bei Promasa über die deZem Visualisierungssoftware direkt und live nachvollzogen werden. Tatsächlich wurde schon nach wenigen Tagen ein beträchtliches Einsparpotential bei der alle Hallen umfassenden Staubabsaugung entdeckt, das ohne weitere Investition sofort realisiert wurde. Schon durch diese kleine Änderung wird sich die Investition in das Projekt in weniger als einem Jahr amortisiert haben. Zweifellos werden bald weitere Potentiale aufgedeckt.

 

Hydrocada Techniker

Gewusst wie...Nutzen von Dauerlinien in deZemVis

Bei der Analyse eines Energieverbrauchs ist es oft interessant, wie häufig ein bestimmtes Leistungsniveau auftritt, wie hoch der Grundverbrauch in der Nacht und am Wochenende ist und ob er sich mit der Zeit ändert. Dies ist mit Hilfe von Dauerlinien, die in unserer Visualisierungssoftware deZemVis angeboten werden, leicht herauszufinden und zu quantifizieren.

Eine Dauerlinie wird aus der gewohnten Kurve erzeugt, indem die Messwerte der Größe nach sortiert dargestellt werden. Statt eines Zeitverlaufs bekommt man nun die Häufigkeit jedes Messwerts im gewählten Zeitraum in Prozent.

Dauerlinien können in deZemVis mit einem Klick aus jeder Messreihe generiert werden. Die üblichen Methoden der Zeitauswahl, paralleles Betrachten der zugehörigen Kurve, Zeitvergleiche, Vergleiche unterschiedlicher Dauerlinien usw. funktionieren genauso wie für Kurven.

Dauerlinien sind hervorragend für die Planung und Analyse großer Industrieanlagen einsetzbar. Wir illustrieren ihren Nutzen heute aber an einem Beispiel aus dem immer wichtigeren Officebereich an einem Computerarbeitsplatz (PC und Monitor), dessen Energieverbrauch mit Hilfe dieses Verfahrens optimiert wurde.

In der Abbildung ist die elektrische Last eines Arbeitsplatzes für eine Woche (Mo. – Fr.) zu Beginn des Projektes in Blassrot als Kurve, und in Dunkelrot als Dauerlinie dargestellt. Die Dauerlinie zeigt die Häufigkeit der Lastwerte, ablesbar an den Prozentangaben auf der x-Achse. Gestrichelt ist die durchschnittliche Last gezeigt.

Dauerlinie PC Arbeitsplatz

An der dunkelroten Dauerlinie fällt beispielsweise das große Plateau mit einem Wert von 20 W auf, das 12 % der Zeit einnimmt. Dies entspricht dem Zustand „Monitor aus, PC an“, d. h. der Nutzer arbeitet gerade nicht am PC, etwa während der Mittagspause oder Nachts, wenn der PC nicht in Ruhemodus versetzt oder heruntergefahren wurde.

Nach der Initialmessung wurden die Energieeinspareinstellungen am PC optimiert; unter anderem wurde eingestellt, dass der PC in den Ruhemodus fährt, wenn der Bildschirm zehn Minuten abgeschaltet ist. Da der PC über eine Solid-State-Disk (SSD) verfügt und daher sehr schnell aus dem Ruhemodus heraus voll funktionstüchtig ist, bedeutet diese Änderung für den Nutzer im Prinzip keine Belastung.  

Die elektrische Last nach der Umstellung ist in blau als Kurve und als Dauerlinie dargestellt. Es ist gut erkennbar, dass das 20 W–Plateau verschwunden ist und die elektrische Last generell gesunken ist. Im dargestellten Wochenvergleich ergibt sich somit eine Einsparung von über 20 %.

Auf den Gesamtenergieverbrauch eines großen Bürostandorts wirkt sich die Optimierung eines einzelnen Arbeitsplatzes kaum aus – aber dieselbe Optimierung auf alle Arbeitsplätze angewandt, macht einen großen Unterschied. Lesen Sie zu diesem Thema auch einen Kommentar zum neuen Hamburger Koalitionsvertrag, den unser Entwickler Torben Förster für die Zeitschrift eGovernment Computing geschrieben hat.

Mit dem Diagrammtyp Dauerlinien können Sie so noch mehr Erkenntnisse aus Ihren Messwerten holen und Ihren Energieverbrauch stetig optimieren. Falls Dauerlinien in deZemVis noch nicht für Sie verfügbar sind – Sie wissen, ein Anruf genügt (fast)!